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Tag 3 - Dein Wille
geschehe
Freitag, 23. Februar 2007 Wenn wir beten, dass Gottes
Wille geschehe, dann heißt das nicht, dass wir mit einer Einkaufsliste zu ihm
kommen und sagen: Das und das hätte ich gern. Die
Grundlage für ein Gebet, das er erhören will, ist die Frage: „Was ist Gottes
Wille?“. Die Bibel nennt konkrete Kriterien dafür, woran man das Kommen des
Reiches Gottes in dieser Welt erkennen kann, z. B. Gerechtigkeit, Frieden,
Freude (Römer 14, 7) , Auflösung von ungerechten Strukturen (Jesaja 58), Kraft
(1. Korinther 4, 20). Wenn wir dafür beten, liegen wir auf alle Fälle
richtig.
Wir beten • um eine klare Perspektive dessen, was es
bedeutet, wenn Gottes Reich Gestalt gewinnt • um den Mut, konkret und auf der
Basis von Gottes Willen für Veränderung in unserem Land zu
beten
Tag 4 - Wie im Himmel
so in Deutschland
Samstag, 24. Februar
2007 Wie sieht der Himmel aus? Nein,
ich meine jetzt nicht Klischeebilder von Harfen und Engeln, sondern: Was sind
die Werte im jenseitigen Reich Gottes, die auch da gelten, wo sein Reich
zeichenhaft hier auf der Erde sichtbar wird? Der Himmel ist von dem geprägt, was
Gottes Geist bewirkt: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte,
Treue, Sanftmut (Galater 5, 22). Diese Wesenszüge des
Reiches Gottes sollen auch auf der Erde, in unserem Land sichtbar werden. In
unseren Familien, Gemeinden, Vereinen, Städten, in Politik, Gesellschaft,
Wirtschaft und Kultur. Wie im Himmel so auf Erden.
Wir beten • um neue Liebe zu unserem Land und um den
wachsenden Wunsch, es verändert zu sehen • dass die Werte des Reiches Gottes
sich auch hier entfalten können
Tag 5
- Unser Vater im Himmel
Sonntag, 25.
Februar 2007 Das Reich Gottes ist das Reich unseres Vaters.
Jesus gibt in der Bergpredigt (Matthäus 6, 9) nicht nur die Gebets-adresse an,
sondern weist auf das Vorrecht hin: Wir dürfen Gott als Vater erleben (Römer 8,
15-17). Das stellt unser Gebet auf eine einzigartige Ebene. Diese besondere
Nähe, Liebe und Fürsorge erleben Beter und Bibelleser. Sie entdecken das Wesen
und den Willen des himmlischen Vaters. Wenn man Gott in der Tiefe erlebt hat, treten negative
biographische Vater-Erfahrungen in den Hintergrund. Gott, der liebende, suchende
und wegweisende Vater erwartet unsere Bitten. Er erwartet unsere Verehrung, baut
sein Reich und möchte seine Kinder in seiner Nähe haben. Das eröffnet
Möglichkeiten für unsere Gebetskommunikation: Gebet ist tägliche, persönliche
Begegnung mit dem Vater. Es ist Reden und Hören. Der Vater motiviert uns, für
sein gutes Eltern-Kinder-Familien-Modell einzutreten. Für junge Menschen
erbitten wir das Ja zur Ehe und zu Kindern; für Eltern die nötige Kraftzufuhr
für ihre Erziehungsaufgaben; für erfahrene Christen, die Weisheit, Väter und
Mütter im Glauben zu werden. So kann durch unser Gebet Deutschland mit verändert
werden. Durch den Vater im Himmel haben wir zugleich Jesus Christus zum Bruder
und wirkungsvollen Vermittler (1. Timotheus 2, 5-8).
Wir beten • dass die Beter Gottes Vaterherz näher kennen
lernen und vom Vorrecht des Kindseins profitieren. • dass unsere Gebete und
unser Leben noch mehr von Hochachtung und Ehre gegenüber dem Vater geprägt
werden • für den aktiven Einsatz, um Gottes Reich vor Ort, in Deutschland und
in Europa zu bauen
Tag 6 - Gott als Vater
begegnen
Montag, 26. Februar 2007 Vater – da klingt auch Achtung mit. Es geht
nicht um Titel und Anrede Gottes. Die Zeit des Gebets ist Begegnung mit dem
himmlischen Vater. Er ist mein persönlicher Vater. Beter lernen den Vater im
Himmel kennen. Im Gefühl schwingen vielleicht Vater-Bilder oder
Vater-Erfahrungen mit. Gott ist weder sentimentaler Papa noch autoritärer „Herr
Vater“. Im Gebet entwickelt sich mein Verhältnis zu ihm. Ich bin ihm nahe und
gewinne Einblicke in sein Vaterherz. Gottes Vaterschaft kann lieben und leiten,
trösten und zurechtweisen, strafen und begrenzen.
Wir beten • dass Beter sich bewusst Zeit für die
Begegnung mit Gott dem Vater nehmen • dass aus dem Genießen Gottes als Vater
echte Vater-und Mutterschaft für die nächste Generation
erwächst
Tag 7 - Neue Eltern
braucht das Land
Dienstag, 27. Februar 2007 Ob dieser Appell wirkt? Unsere Fürbitte ist
ein wichtiger Baustein im Veränderungsprozess unseres Landes. Was macht Menschen
Mut, Verantwortung zu übernehmen? Wer motiviert junge Erwachsene zu einer
verbindlichen Paarbeziehung? Wo wird ihnen das Bild von Ehe und Familie vor
Augen gestellt? Viele gesellschaftliche Zwänge sprechen gegen Gottes Bild von
Ehe und Familie. Beugen wir uns ihrem Diktat oder prägen wir mit Vorbild und
aktiver Stellungnahme, weil wir glauben, dass Gottes Reich auch in der Freude,
gerne Eltern zu sein und zu werden, zum Ausdruck kommt?
Wir beten um • Vater, du hast uns die Erde anvertraut und
uns mit schöpferischer Kraft ausgestattet, um Eltern zu werden und zu sein. Hilf
uns attraktive Vorbilder zu sein bzw. zu werden. Lass junge Menschen diesen
Reichtum erkennen und nutzen!
Tag 8 - Ja zum
ungeborenen Leben
Mittwoch, 28. Februar 2007 Gott ist ein lebendiger Gott. Sein Reich
ist ein Reich des Lebens. Die Kundgebung „Tausend Kreuze für das Leben“
erinnerte an die ca. Tausend Kinder, die jeden Werktag abgetrieben werden. Gott
spricht täglich tausendfach sein Ja zum Leben. Er lässt sogar zu, dass sich die
Menschen gegen das ungeborene Leben stellen und muss mit ansehen, dass es
vernichtet wird. Wie muss das Gott schmerzen! Aktionen reichen nicht aus. Gebet
ergänzt diese. Wir schließen in unser Gebet auch die Menschen ein, die unter den
Folgen einer Abtreibung leiden.
Wir beten, • dass Gottes Ja zum Leben eindringlicher
gepredigt und auch in der Öffentlichkeit vermittelt wird • dass sich mehr
prominente Personen öffentlichkeitswirksam für den Schutz der Ungeborenen
einsetzen
Tag 9 - Ja zu
Kindern
Donnerstag, 1. März 2007 „Mehr Kinder für Deutschland!“ Statistiken
und Steueranreize allein haben noch nie zu mehr Geburten geführt. Beter kennen
die wirkliche Quelle der Liebe und des Lebens, die Mut macht, Leben zu zeugen
und zu begleiten. Vermitteln sie dieses Leben auch anderen? Veränderung des
Lebens kommt aus Gottes Wort und Geist. Veränderte Menschen bejahen Kinder und
sind bereit, Opfer zu bringen, um ihre Zukunft zu gestalten. Veränderte Menschen
sehen Leben nicht als Last, sondern als Geschenk.
Wir beten, • Vater, unser Land hat sich egoistisch
entwickelt. Wende unseren Blick vom Haben-wollen auf deine Vision. Verändere du
Menschen zu neuem Leben und neuer
Verantwortung.
Tag 10 - Vatersein und
Muttersein
Freitag, 2. März 2007 Das Reich Gottes wird sichtbar, wo wir
füreinander da sind. Elternschaft ist eine gottgewollte, aber herausfordernde
Aufgabe. Pädagogische Kenntnisse alleine reichen nicht, um Elternschaft gut zu
leben. Wer Gott als Vater ehrt, liebt und erlebt sowie sich an seinem Vorbild
orientiert, wird sein Vater- oder Muttersein ausfüllen können. Er ist
angeschlossen an die Versorgungsleitungen Gottes. Ohne ständigen Kraftzufluss
von Gott und Menschen ist Erziehung von Kindern nur schwer möglich.
Wir beten • dass Gottes Vaterschaft noch mehr bei Müttern
und Vätern „abfärbt“ • dass gestresst Eltern nicht alleine gelassen werden
und Hilfe annehmen
Tag 11 - Mentoren
für andere
Samstag, 3. März 2007 Gottes Reich ist ein buntes, vielfältiges
Reich. Unser Vater im Himmel hat große, kleine, jüngere und ältere Kinder.
Zusammen bilden sie die große Familie der Kinder Gottes. Wir dürfen und sollen
einander helfen. Füreinander zu beten ist eine der Hilfen. Praktische Anleitung
im Glauben und Leben die andere. Geistliche Elternschaft ist nach
Evangelisationen, in Glaubenkursen und in einer lebendigen Gemeindearbeit ein
Schlüssel für ein gesundes Wachstum der jungen Christen. Außerdem macht es
beiden Seiten Freude.
Wir beten • dass Gemeinden bewusst erfahrene Christen zu
geistlicher Elternschaft suchen und einsetzen • dass das Amt der Ältesten
(Gemeindeleitung) neu ausgefüllt und genutzt wird
Tag 12
- Geheiligt werde dein Name
Sonntag,
4. März 2007 Dort, wo Gottes Reich sichtbar wird, wird
der Name Gottes groß geschrieben. Verliebte schreiben den Namen des geliebten
Menschen überall hin: auf ihre Handflächen, auf Schmierzettel, an den
Badezimmerspiegel. Das tun sie nicht nur, weil sie Opfer ihrer Hormone geworden
sind, sondern weil ihnen dieser Name etwas bedeutet. Er drückt all das in
Kurzform aus, was sie mit der geliebten Person verbinden.
Gott hat nicht nur einen Namen. Die Bibel nennt mehrere Hunderte von Namen,
die jeweils einen anderen Aspekt seines Charakters oder Wesens betonen.
Kraftvolle Namen ebenso wie zärtliche. Namen, die seine Herrschaft zum Ausdruck
bringen ebenso wie Namen, die sein fürsorgliches Wesen beschreiben.
Gott möchte, dass unsere Kommunikation mit ihm davon geprägt ist, dass wir
ihn tief kennen. Das geschieht, wenn wir seine Namen auf uns wirken lassen und
bedenken, was sie über Gottes Wesen und seinen Charakter aussagen. So lernen wir
ihn tiefer und besser kennen. Es fällt uns leichter, ihm nahe zu kommen.
Wir können Gottes Namen direkt in unser Gebet einbauen. Nicht nur als Floskel
am Ende unserer Gebete, sondern wir können uns mitten im Gebet durch einen Namen
Gottes vor Augen führen, mit was für einem starken, sanften, wunderbaren und
Wunder wirkenden Gott wir es zu tun haben. Das stärkt, bereichert und
intensiviert Glauben, Fürbitte und Anbetung.
Wir beten • dass wir Gottes Namen besser kennen lernen
und dieses Wissen unser Vertrauen zu ihm stärkt • dass unsere Gebete
zunehmend in dem Wissen um Gottes Charakter verwurzelt
sind
Tag 13 - Bei
meinem Namen gerufen
Montag, 5. März 2007 Gott lädt uns ganz persönlich zu sich in
sein Reich ein – als Individuen. Mit unserem Namen verbinden wir alles, was uns
ausmacht: Aussehen, Geschichte, Alter und Geschlecht. Zu wissen, dass Gott mich
in meiner Ganzheit und Individualität sieht und einzigartig geschaffen hat, gibt
mir Würde und Kraft – wenn ich es annehmen und bejahen kann. Häufig leiden wir
jedoch unter der Ablehnung, die wir selbst und andere uns entgegen bringen. Wir
dürfen es neu lernen, Gottes „Ja“ auch uns selbst gegenüber auszusprechen.
Wir beten • Gott dafür, dass er jeden von uns einzigartig
und einmalig geschaffen hat • um Selbstannahme in allen Bereichen, die unsere
Identität ausmachen (Geschlecht, Alter, Aussehen, Fähigkeiten, Erfahrungen
...)
Tag 14
- Geschaffen als Mann und Frau
Dienstag, 6. März 2007 „Gott schuf den
Menschen als Mann und Frau“ (1. Mose 1, 27). In unserer Unterschiedlichkeit spiegeln wir
Gottes Wesen wider. In der Realität erleben viele Menschen diese
Unterschiedlichkeit nicht als bereichernd, sondern als Konkurrenz: Man raubt dem
anderen Geschlecht durch Worte (Blondinen- und Machowitze), Handlungen
(Diskriminierung) und Denkmuster (Einengung in starre Rollen: Man(n)/ Frau tut
das oder jenes) oder völlige Orientierungslosigkeit und Verwischung aller
tatsächlich vorhandenen Unterschiede die Möglichkeit der gesunden
Entfaltung.
Wir beten • um Wiederentdeckung der Freude an dem
„kleinen Unterschied“ • um Strukturen und Haltungen, die für beide
Geschlechter schützend und befreiend sind
Tag 15 - Suchet
der Stadt Bestes
Mittwoch, 7. März
2007 Gottes Reich will und muss vor Ort konkret
und sichtbar werden. Meine Stadt (oder Region) hat einen Namen und ganz
bestimmte Charakteristika und Potentiale, die in dieser Mischung nur hier
anzutreffen sind. Sie hat eine Geschichte mit positiven und negativen
Erfahrungen, die sie geprägt haben. Und sie hat auf Grund ihrer geographischen
Lage, Eigenschaften, Erfahrungen und Potentiale eine Berufung, etwas
Einzigartiges zum Wohl dieses Landes und der Welt beizutragen. Als Christen
können wir Möglichkeiten entdecken, durch Gebet und Engagement diese Schätze zu
heben
Lasst uns beten, • dass wir entdecken, welches Potential
in unserer Stadt/Region liegt und wie wir sie fördern können • dass wir
unseren Auftrag an und in unserer Stadt erkennen und
wahrnehmen
Tag 16
- Schwarz-Rot-Gold – auch nach der WM?
Donnerstag, 8. März 2007 Gottes Reich – in unserem Land? Wenn sich
alles um einen Ball und 44 Beine dreht, kann man leicht Farbe bekennen und die
Begeisterung für die Nationalelf auch Fahnen schwenkend zum Ausdruck bringen. Aber sonst? Die Geschichte unseres Landes
erfüllt uns und andere nicht nur mit Begeisterung. Neben guten Impulsen, Erfindungen und
Segen ist von hier auch viel Leid ausgegangen. Mein Land zu bejahen heißt nicht,
die Augen vor der Vergangenheit zu verschließen. Es heißt vielmehr, das Land mit
seiner Geschichte, seinen Traditionen und seinem jetzigen Zustand zu lieben und
aus Liebe für sein Wohl zu beten und zu handeln.
Wir wollen beten, • dass Menschen im Osten und Westen zu
einer neuen Bejahung unserer nationalen Identität finden • dass wir Wege
finden, die Potentiale unseres Landes zu stärken, so dass von hier aus Segen
fließen kann
Tag 17 - Weg mit
der Mauer im Kopf
Freitag, 9. März 2007 Gottes Reich ist ein Reich des Friedens,
der Einheit und der Versöhnung.„Ossis“ und „Wessis“ – mit diesen Namen verbinden
wir zu Klischees erstarrte Bilder und Vorstellungen, mit denen wir Millionen
Menschen belegen. Bilder und Vorurteile prägen unsere Wahrnehmung und scheinen
sich manchmal sogar zu bestätigen. Die starren Bilder verhindern, dass man den
und die Anderen sieht, wahrnimmt und sich bereichern und ergänzen kann. Nur
echte, tiefe Begegnung kann diese Muster aufbrechen.
Wir bitten Gott, • für mehr echte Begegnung zwischen
Menschen aus Ost und West • für Berichte in den Medien, die ganzheitlichere
Bilder unseres vielfältigen Landes zeigen
Tag 18 - Die Erde
bebauen und bewahren
Samstag, 10. März
2007 Die Werte von Gottes Reich kommen auch
darin zum Ausdruck, wie wir mit unserer Umwelt umgehen. Der Auftrag, die Erde zu
bewahren ist kein „Spezialthema“ für ein paar Grüne, sondern Gottes
ausdrückliches Gebot an die Menschheit. Gebote zu übertreten ist Sünde – egal ob
es sich bei dem Gebot um „moralische“ (z. B. du sollst nicht lügen) oder eben
ökologische Aufforderungen handelt. Wir brauchen als Christen eine gesunde und
ausgewogene Ethik, die aus Respekt vor Gottes Schöpfung gespeist wird. Und wir
brauchen gute Modelle einer umsetzbaren Umweltpolitik.
Lasst uns beten, • dass umsetzbare, realisierbare
Konzepte von Politkern aller Parteien entwickelt und vertreten werden • dass
gute Konzepte für die Bewahrung der Schöpfung nicht an der Macht von
Interessenvertretern scheitern
Tag 19 - Dein
Reich komme, dein Wille geschehe
Sonntag, 11. März 2007 Durch Jesus ist das Reich Gottes schon
mitten unter uns. Seine volle Entfaltung steht jedoch noch aus. Jesus vergleicht
es mit einem Senfkorn, aus dem ein großer Baum wird, und mit Sauerteig, der ein
vielfaches Volumen durchsäuern kann. Beide Gleichnisse machen deutlich: Das
Reich Gottes hat Dynamik! Zunächst klein und unscheinbar, in seiner Ausbreitung
von menschlicher Gestaltung abhängig. Nicht jedoch in seiner Auswirkung. Wie die
ölhaltigen Senfkörner Heilung fördernd sind und das Brot der täglichen
Versorgung dient, bringt das Reich Gottes Gesundheit mit sich und stillt die
Grundbedürfnisse der Menschen.
Der Same ist von göttlicher Qualität – und doch in unsere Hand gegeben, mit
den entsprechenden Risiken. Wir sind fehlbar und zerbrechlich. Das Reich Gottes
wird erst in der Zukunft in seiner ganzen Fülle verwirklicht werden, ist aber
schon jetzt in dieser verlorenen Welt mit ihren konträren Wertmaßstäben lebbar
und erfahrbar.
Gott will, dass wir sein Reich gestalten. Aber das kostet uns etwas: Das
Loslassen eigener Vorstellungen, das Erkennen persönlichen Unvermögens. Auch
wenn Gott mit uns handelt, handelt er nicht immer nach unseren Vorstellungen.
Sein Reich ist sein Reich, es gehört nicht uns, auch wenn wir Teilhaber sind. Es
ist weder verfügbar noch machbar und aufgrund des souveränen Willens Gottes von
ewiger Dimension.
Wir beten, • dass die Botschaft vom Reich Gottes auf
unterschiedliche Weise und bei zahlreichen Gelegenheiten in unserem Land
verkündigt wird • dass auch kleine und unscheinbare Möglichkeiten zur
Ausbreitung von Gottes Reich genutzt
werden
Tag 20
- Lebendige Gemeinden
Montag, 12. März 2007 Die Gemeinde ist der sichtbare Ausdruck des
Leibes Christi und seines Reiches in dieser Welt. Für sie ist Jesus Christus
gestorben und auferstanden. Sie ist seine Braut, durch ihn wertvoll und schön.
Das soll sich widerspiegeln in den christlichen Gemeinden vor Ort. Jede trägt
durch ihre besondere Art, wie sie das Reich Gottes konkret baut und in der
Gesellschaft repräsentiert, dazu bei. Wenn in ihr die Liebe Gottes so gelebt
wird, dass sie dadurch anziehend wirkt, ist sie attraktiver Ort der Heilung und
des Reifens für Menschen.
Wir beten, • dass die Gemeinden unseres Landes ihren
jeweiligen Beitrag für den Ort ihres Wirkens erkennen. • dass sie im Geiste
ihres Herrn arbeiten, nämlich mit dem Qualitätsmaßstab der Liebe
untereinander
Tag 21
- Kraftvolle Evangelisation
Dienstag, 13. März 2007 Jesu Auftrag ist eindeutig: „Geht hin und
macht zu Jüngern“ (Matthäus 28, 18). Gottes Reich wächst, wenn Menschen sich
entscheiden, Christus zu folgen und ihr Leben dadurch nachhaltig verändert wird.
Die Gemeinde soll sich auf die Suche nach Menschen machen, die seinem Reich
hinzugefügt werden. So unterschiedlich die zu erreichenden Menschen sind,
sollten auch die Methoden hierfür sein. Ideenreiche Programme müssen durch die
verwandelnde Kraft des Heiligen Geist ergänzt und dynamisiert werden. Nur so
erreichen missionarische Bemühungen ihr Ziel und werden auf Dauer fruchtbar.
Wir beten • dass Gemeinden Wege der Mission und
Evangelisation suchen, die mit Gottes Möglichkeiten rechnen • dass dabei die
Bitte um Ausrüstung mit der Kraft des Heiligen Geistes nicht vergessen
wird
Tag 22
- Karitative Dienste
Mittwoch, 14. März 2007 Gottes Reich zeichnet sich durch Barmherzigkeit
aus. Kennzeichen der frühen Kirche war, dass sie sich neben den geistlichen auch
um die realen Nöte ihrer Glieder kümmerte. Ihre Fürsorge folgte dem Maßstab
Jesu: „Was ihr einem dieser meinen geringsten Brüder getan habt, das habt ihr
mir getan.“ Aus der vorbildlichen Fürsorge der christlichen Gemeinden
entwickelten sich später auch säkulare, gut arbeitende Fürsorgeeinrichtungen. In
Zeiten der zunehmenden Verarmung und der sozialen Not hat der Auftrag Jesu, sich
um die Armen zu kümmern, nichts von seiner Aktualität eingebüßt.
Wir beten • dass Hilfeleistungen und Tagen der
Nächstenliebe als göttliche Gabe angesehen werden • dass Gemeinden neue
karitative Möglichkeiten erkennen und
wahrnehmen
Tag 23 - Hilfe
für verfolgte Christen
Donnerstag, 15. März 2007 Als Christen sind wir Brüder und
Schwestern, Bürger des einen von Gott selbst gegründeten ewigen Reiches –
unabhängig davon, in welcher Region der Welt wir leben. Es ist uns nicht
gleichgültig, dass Geschwister um des Evangeliums willen verfolgt werden und –
heute mehr als je – zu Tausenden Diskriminierung, Hunger, Folter, ja sogar den
Tod erleiden. Wir müssen uns mit ihnen solidarisieren, selbst, wenn wir sie
nicht persönlich kennen: Unsere Gebete erreichen sie, geben ihnen Trost und Mut.
Unser Einsatz für sie in der Öffentlichkeit stellt erlittene Ungerechtigkeit an
den Pranger.
Gebet • dass Verfolgte und ihre Familien dem Glauben an
Jesus treu bleiben • dass eine aktive Informationsarbeit und
Menschenrechtspolitik Veränderungen
bewirkt
Tag 24 - Gottes
heilendes Eingreifen
Freitag, 16. März 2007 Wo Gottes Reich sichtbar wird, geschieht Heil und
Heilung. Christen haben wie ihre ungläubigen Mitbürger mit Leid und Krankheit zu
tun. In unserer Lebensgeschichte erleben wir dieselben Schmerzen und
Verwundungen. Doch gibt es den entscheidenden Unterschied: Wir sind nicht
allein! Geschwister im Glauben stehen uns bei. Ein unvergleichlicher Segen! Aber
noch mehr: Gott selber handelt an uns. Hilfe und Heilung sind im Evangelium
eingeschlossen. Diese dürfen wir als seine Kinder glaubensvoll erbitten – für
uns selbst und für Menschen in unserem Umfeld, die Heilung brauchen.
Wir beten • dass Gottes heilendes Eingreifen in der
Kirche noch mehr erbeten und erlebt wird • dass Menschen über göttliche
Heilungserfahrungen zum lebendigen Glauben
finden
Tag 25 - Israel,
das Volk des alten Bundes
Samstag, 17. März 2007 Israel ist Gottes geliebtes Volk. Die
Geschichte seines Reiches ist untrennbar damit verbunden. Israel hat eine ewige
Erwählung und Bestimmung, erlebte und erlebt konkrete Führungen und göttliche
Hilfe in schweren Zeiten. Aber in der Geschichte Israels ist auch viel Schuld,
Auflehnung und Scheitern zu sehen. Und Gottes Gericht – zuletzt die Zerstreuung
der Juden in alle Welt. Gottes Verheißungen bleiben weiterhin gültig. Eine davon
ist die Rückkehr und Siedlung der Juden im Land der Väter. Diese ist mit beinahe
unlösbaren Problemen verbunden, für die wir Gottes Handeln erbitten.
Gebet • dass Juden – wie in Zeiten des Alten Testaments –
Gott um Hilfe bitten und sein Eingreifen erleben • dass die Christenheit
Gottes Verheißungen in Bezug auf Israel erkennt und
unterstützt
Tag 26 - Unser
tägliches Brot gib uns heute
Sonntag, 18. März 2007 Wo Gottes Reich sichtbar wird, erleben
Menschen seine Versorgung. Auf manchen Tischen steht eine Schale mit der
Aufschrift „Unser täglich Brot gib uns heute.“ Obwohl es auch bei uns Armut
gibt, haben die meisten von uns mehr als genug und denken gar nicht ans Bitten.
Wir haben uns an Bilder von Hunger und Unterernährung gewöhnt: „Da kann man
nichts machen.“ Es ist keine Frage des Mangels, sondern der Verteilung von
Nahrungsmitteln, Ressourcen und – Macht. Weder sozialistischer Zwang noch
kapitalistische Maßnahmen haben die ungerechte Verteilung nachhaltig verändert.
Die alte biblische Analyse ist so aktuell wie je zuvor: das harte menschliche
Herz ist das Problem, die Sünde, die für sich selber festhält und aus Angst
nicht teilen will. Weder Kinder noch Konzerne teilen ihre Mittel unter Druck.
Aber ein Mensch, der Liebe und Großzügigkeit erlebt, gibt gerne ab. Das gilt für
Kindergartenkinder ebenso wie für Großunternehmer. Deshalb ist das Weitergeben
der umfassenden und hingebenden Liebe, wie sie uns in Jesus begegnet, so
entscheidend. Und zwar mit Wort und Tat. Die Botschaft des Evangeliums muss
unter die Leute – bei uns in den reichen und in den armen Ländern, damit die
Liebe Gottes die Herzen reich und weich macht. Die Tat der Nächstenliebe soll
das Wort beglaubigen – hier und dort – damit der ganze Mensch Gottes Liebe und
tägliche Versorgung dankbar erfährt.
Wir beten, • dass Gott unsere Herzen durch Seine Liebe
weit und weich macht • um Ermutigung für Christen und Kirchen weltweit,
Gottes Liebe mit Wort und Tat zu bezeugen • um Linderung von Not und Elend,
Ungerechtigkeit und Hunger
Tag 27 - Das
steht mir zu
Montag, 19. März 2007 Ein Kennzeichen von Gottes Reich ist
Großzügigkeit. Seit Geld knapper wird, steht das Anspruchsdenken vieler unter
Kritik. Dass der Staat für alles sorgt, stimmt so nicht mehr. Politik und
Kirchen mahnen ein Umdenken an, was nicht leicht ist. Wir hatten uns doch so an
das Wachstum oder die Besitzstandswahrung gewöhnt! Als Christen und Gemeinden
können wir zum Ausdruck bringen, dass es andere als nur materielle Werte gibt.
Wir leben aus dem Vertrauen auf Gottes Versorgung. Gut, tun wir es, mutig,
gelassen, mit freiwilligem Einsatz. Unser Beispiel wird Folgen haben.
Wir beten • für Modelle und Projekte von freiwilligem
Einsatz durch Gemeinden und Werke • für mehr Vertrauen auf Gottes
Versorgung
Tag 28
- Sozialsysteme und Arbeitsplätze
Dienstag, 20. März 2007 Wo Gottes Reich zum Ausdruck kommt, finden
Menschen Sinn und Erfüllung – auch in sinnvoller Beschäftigung. Wirtschaft,
Arbeitsmarkt und Sozialsysteme sind Problembereiche. Alle wissen: So geht es
nicht weiter. Die Lage ist trotz einiger Fortschritte schwierig. Der andauernde
Umbau und die nur teilweise und halbherzig angegangenen Reformen brauchen unser
Gebet und die Unterstützung von Menschen mit Hoffnung und Durchhaltevermögen.
Unsere Gesellschaft sehnt sich nach solchen Mutmachern, die aus Gottvertrauen
leben und andere auch in schwieriger Lage ermutigen.
Wir beten für • dür Fortschritte und positive Signale
beim Reformprozess und Umbau der Sozialsysteme • dass Christen und Gemeinden
als Mutmacher und Helfer für Gestalter und Leidtragende der gesellschaftlichen
Umbrüche auftreten
Tag 29
- Chancengleichheit statt Gleichmacherei
Mittwoch, 21. März
2007 „Gottes Reich ist von Hoffnung und von
Ermutigung zu Solidarität und Versöhnung gekennzeichnet. Alle Menschen haben vor
Gott denselben Wert und nach unserem Grundgesetz gleiche Chancen. Wahr, aber
schwer zu leben! Die Unterschiede machen uns zu schaffen, z. B. zwischen Jung
und Alt, Deutschen und Migranten, Menschen mit oder ohne Job. Die Politik tut
ihr Bestes, stößt aber an Grenzen. Da gilt es, Brücken zu bauen und die Hand zu
reichen: Ältere den „schwierigen“ Jüngeren. Deutsche den „Fremden“ aus anderen
Kulturen, die schon lang oder erst kurz bei uns leben. Fangen wir an!
Beten wir also • für Chancen in Gesellschaft und
Arbeitswelt für alle Generationen und Kulturen• dass mutige Schritte auf die
jeweils anderen zu gemacht werden
Tag 30 - Gute
Nachrichten sind auch Nachrichten
Donnerstag, 22. März
2007 Dass Gottes Reich kommen will, ist eine gute
Nachricht. Wir klagen mit Recht über die Fülle der schlechten Nachrichten in den
Medien. Fachleute sagen immer wieder, dass Zuschauer/Leser/Hörer-Echos in den
Redaktionen hoch bewertet werden. Also warum nicht öfter Mut fassen und bei
guten Sendungen/Meldungen schreiben oder anrufen? Der Medien-Konsument ist König
und sollte seine Macht nutzen! Christen können noch mutiger ihren Einfluss in
Richtung auf ethisch und menschlich wertvolle Berichterstattung ausüben und
damit Veränderungen bewirken.
Wir beten für • für an christlichen Werten orientierte
Medienleute, ihre Anerkennung und guten Einfluss • um positive, sinnvolles
Leben und Familie fördernde Tendenzen in den
Medien
Tag 31 - Die Welt
ist ein Dorf
Freitag, 23. März 2006 Gottes Reich will in der Welt sichtbar werden. Dass
alles mit fast allem zusammen hängt, ist keine Frage. Ein Erdbeben in Asien kann
unsere Wirtschaft schwächen. Eine Konzernentscheidung hier kann das Elend dort
vergrößern. Wir sind unsicher, ob die Vor- oder Nachteile der Globalisierung
überwiegen. Aber aus der Verantwortung können wir uns nicht wegstehlen.
Mitwissen macht mitverantwortlich, sogar mitschuldig, ob wir wollen oder nicht.
Das ist Herausforderung zum inständigen Gebet und engagierten Einsatz gegen
Armut und für Gerechtigkeit. Beten und Handeln gehören zusammen.
Wir beten • für die Verantwortlichen in Politik,
Wirtschaft, Kultur und Kirchen und ihren Einsatz gegen das Elend in der
Welt • für Erfolge bei der Bekämpfung von Armut, Seuchen, Hunger und
Unterdrückung
Tag 32 - Du
sollst nicht lügen und stehlen
Samstag, 24. März 2007 Gottes Reich ist von Wahrheit
gekennzeichnet. Gegen Lügen und Stehlen sind im Prinzip alle. Im Einzelfall
sehen wir das differenzierter. Oft hört man, man könne von dem „kleinen Mann“
nicht etwas verlangen, was die Großen in Politik und Wirtschaft nicht einhalten.
Aber das kann keine Entschuldigung sein. Menschen in hohen Positionen und an der
Basis werden gebraucht, die ehrlich, transparent, menschlich korrekt und
gesetzestreu handeln. Gute Gesetze, am christlichen Menschenbild orientiert,
sind dazu eine Hilfe. Aber einhalten und positiv füllen muss sie der Mensch, der
handelt.
Wir beten, • für gute Gesetze, die christliche Werte und
verantwortliches Tun fördern und nicht behindern • für Vorbilder auf allen Ebenen der
Gesellschaft, die ethisch klar handeln
Tag 33 - Vergib
uns unsere Schuld, und führe uns nicht in
Versuchung
Sonntag, 25. März 2007 Wenn die Feier nicht in Schwung kommt, ist sicher
eine „Spaßbremse“ daran schuld. Wenn die Wirtschaft lahmt, dann liegt es an der
Konjunkturbremse. Und was ist, wenn unser Gebet unbeantwortet im Raum stehen
bleibt? Liegt es an der Vertrauensbremse? An Gott sicher nicht: „Siehe, des
Herrn Arm ist nicht zu kurz, dass er nicht helfen könnte, und seine Ohren sind
nicht hart geworden, sodass er nicht hören könnte, sondern eure Verschuldungen
scheiden euch von eurem Gott, und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch,
dass ihr nicht gehört werdet“ (Jesaja 59,1-2).
Innere Verhärtung ist nicht der einzige denkbare Grund, aber kann ein Grund
für nicht erhörte Gebete sein. Jesaja unterstreicht sehr deutlich: es gibt
diesen Zusammenhang zwischen unserer Lebensgestaltung und unserer Wirksamkeit,
zwischen ungeklärten Beziehungen und der Beziehung zu Gott. Aber das ist kein
mit der Moralkeule drohender Zeigefinger. Hinter dieser Aussage steht vielmehr
die Sehnsucht und Macht Gottes, der uns anbietet: Bring deine Schuld zu mir,
lass sie unsere Beziehung nicht länger ausbremsen. Ich suche die Gemeinschaft
mit dir. Ich will nicht, dass wir uns gegenseitig anschweigen. Und ich vergebe
dir gern. Dort, wo wir unsere inneren Verhärtungen zum Kreuz von Jesus bringen,
wird ein Stück vom Reich Gottes in unserem Herzen und Leben sichtbar.
Wir beten, dass • dankbar für Gottes Angebot der
Vergebung, das nach all den Jahren immer noch „steht“ • für die Aktion „40
Tage beten und fasten für unser Land“, dass sie mehr ist als eine Aktion, dass
sie bei uns Christen eine neue Sehnsucht nach tiefer, unbelasteter Gemeinschaft
mit Gott weckt • ganz neu: Herr, vergib mir meine Schuld
…
Tag 34 - Eine
Kultur des Vergebens und Gebens
Montag, 26. März 2007 „3,2,1… meins“ ist mehr als der Slogan
eines Internetkaufhauses. Es ist gleichzeitig eine Art Glaubensbekenntnis einer
egoistischen Gesellschaft, in der es nur um mich geht und darum, was ich
bekommen und wie andere mir nutzen können. Diese zutiefst menschliche
Grundeinstellung bricht auf, wenn der großzügig gebende Gott in unser Leben
einbricht. Plötzlich besitze ich etwas nicht nur für mich, sondern auch, um zu
geben. Ich kann vergeben, weil mir selbst vergeben wurde. Meine Augen öffnen
sich für den Anderen.
Wir beten • um die Vergebung unserer eigenen Schuld, so
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern • dankbar für all das, was Gott uns
gibt – und fragen ihn, wie wir es weitergeben
können
Tag 35
- Versöhnung zwischen Völkern
Dienstag, 27. März 2007 Eines Tages werden Menschen aus allen Nationen in
Gottes Reich zusammen sein. Diese Einheit soll jetzt schon sichtbar werden. Wie
soll das funktionieren? Wir schaffen es ja schon kaum in unserem eigenen Volk.
Seit 18 Jahren „wächst zusammen, was zusammen gehört“ und es gibt immer noch
viele Gräben. Das stimmt – und auch wieder nicht. Jede Versöhnung ist ein
Prozess. Prozesse brauchen Zeit. Außerdem ist echte Versöhnung nie das Ergebnis
einer menschlichen Kraftanstrengung, sondern Geschenk an uns, die Tat eines
Versöhners. Gott selbst schlägt Brücken und verbindet.
Wir beten, • „Liebt die Fremdlinge!“ (5.Mose 10, 19) ist
ein Gebet, dass Sie selbst erhören können • Tipp: Fragen Sie Gott, wie Sie
ganz praktisch in Ihrer Umgebung seine Liebe und Vergebung
„kulturüberschreitend“ weitergeben können
Tag 36 - Wer
gestohlen hat, stehle nicht mehr
Mittwoch, 28. März
2007 Ein Ausdruck des Reiches Gottes ist
Gerechtigkeit. Straftaten zu verringern, kann durch verschiedene Maßnahmen
erreicht werden, z. B. Strafandrohung oder Gefängnis. Gottes konstruktiver
Ansatz geht noch weiter: „Er arbeite und schaffe mit eigenen Händen das nötige
Gut, damit er dem Bedürftigen abgeben kann“ (Epheser 4, 28). Biblischer Umgang
mit Kriminalität beinhaltet Bestrafung, dann aber die neue Perspektive für den
eigenen und den Bedarf anderer Menschen zu sorgen. Hier wird Vergebung
praktisch, die Straftäter nicht auf das Gewesene festlegt, sondern ihnen hilft,
neues Leben einzuüben.
Wir beten, • für den Rückgang von Kriminalität durch ein
neues Fragen nach Gott • um Hilfen für die Opfer und um tief greifende
Lebensveränderung der Täter
Tag 37 - Mein
Herz mach rein
Donnerstag, 29. März 2007 Wo Gottes Reich sichtbar wird, herrscht
Reinheit. Seit 1975 ist Pornografie in Deutschland straffrei. Doch diese
Liberalisierung hat zu keiner Verbesserung der Situation geführt. Wie sollte sie
auch, denn die Schuldfrage lässt sich nicht dadurch lösen, dass man sie einfach
ausklammert. So ist die Pornoindustrie längst zu einem wichtigen
Wirtschaftsfaktor geworden, der zur Ausbeutung vieler Menschen führt. „Nackte
Tatsachen“ haben schon längst ihren Weg auch in die Nachmittagsprogramme der
Fernsehstationen gefunden. „Reinheit“ ist scheinbar nur noch für Waschmittel
attraktiv.
Wir beten • dass es Initiativen wie „Wahre Liebe wartet“
gelingt, junge Menschen zu einem Leben nach Gottes Maßstäben zu ermutigen •
für neues Suchen und Fragen nach Reinheit
Tag 38 - Alles
erlaubt?
Freitag, 30. März 2007 „Der Wirtschaftsstandort
Deutschland ist in Gefahr.“ Dieser Satz ist so etwas wie der Trumpf bei
Wertediskussionen geworden. Er sticht immer. Und er offenbart gleichzeitig, dass
das Fragen nach Werten in unserer Gesellschaft zwar zunimmt, sie aber immer
relativ sind und an ihrer wirtschaftlichen Machbarkeit gemessen werden. Das
Bewusstsein von absoluten Werten , die nicht verhandelbar sind, nimmt ebenso ab
wie die Überzeugung, dass Forschung und Wirtschaft für weit mehr Verantwortung
tragen, als für Arbeitsplätze und das Erreichen des Machbaren.
Wir beten • dass wir uns neu unserer Verantwortung vor
Gott bewusst werden – bis in die Wissenschaft hinein • für Politiker und
andere Entscheidungsträger, dass sie bereit sind, unbequeme Fragen zu stellen
und Entscheidungen zu treffen
Tag 39
- Religiöse Irrwege
Samstag, 31. März 2007 Es gibt nur einen Weg zum Vater –
Jesus selbst. Der Markt religiöser Angebote ist unerschöpflich. Buddha, Allah
und Jesus stehen in direkter Konkurrenz zu Sekten,
Selbsterfahrungsgruppen und anderem. Trotz scheinbar toleranter Grundhaltung
praktiziert unsere Gesellschaft zurzeit eine Art „antichristliche Neutralität“ –
alles wird akzeptiert, so lange es nicht Jesus heißt. Gleichzeitig begreifen
immer mehr Menschen, dass Freiheit nur in der Bindung an diesen Gott möglich
ist.
Gebet • dankbar für die Freiheit in religiösen Fragen,
die in Deutschland immer noch herrscht • dass deutlich wird, dass unsere Kultur nicht nur ihre
Wurzeln im christlichen Glauben hat, sondern letztlich auch nur durch ihn
Bestand haben wird
Tag 40 - Denn
dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in
Ewigkeit
Sonntag, 1. April
2007 Wie es begonnen hat, so endet das Vater Unser: Mit
der staunenden Anbetung des Vaters, dessen Reich ein ewiges Reich ist und ewig
Bestand haben wird. Auch wenn Welthunger, Schuld aller Art und Feindschaft,
Versuchung und Verstrickung in das Böse noch immer in der Welt herrschen, so
geht doch zuletzt der Blick hinauf zum Vater. Und es bleibt wahr: Dein ist das
Reich, die Kraft und die Herrlichkeit – bis in Ewigkeit!Dies wird über dieser
Welt proklamiert. Es wird im Glauben eine Zukunft für diese Welt formuliert. Sie
ist Gottes Welt und darum steht an ihrem Ende das Reich Gottes. Wie Christus
verwandelt wurde in der Auferweckung, so wird Gott auch diese Welt verwandeln.
Ein neuer Himmel wird sein und eine neue Erde. Das ist Gottes Zukunft.Das Licht
dieser Vollendung, das Licht der Ewigkeit fällt auf die Probleme dieser Zeit und
es kommt darauf an, dass wir Gottes Licht auf ihnen erkennen: etwa auf der
Arbeitslosigkeit, auf dem Ossi-Wessi-Konflikt oder auf der Entwicklung Europas
und seiner Verfassung. Hier in dieser Welt soll und wird – auch als Antwort auf
unsere Gebete – schon etwas von Gottes ewiger Welt sichtbar werden. Das Ewige,
Unwandelbare müssen wir mit dem Zeitlichen, Konkreten verbinden lernen, sonst
können wir nicht richtig beten.
Gebet • Ewigkeit in die Zeit leuchte hell hinein, Dass
uns werde klein das Kleine Und das Große groß erscheine • Gott, wir sehnen
uns nach mehr von der Offenbarung deiner Kraft in unserer
Welt
Tag 41 - Suche Lehrstelle –
biete Rente
Montag, 2. April
2007 Das hätte man früher sagen können als der
Generationenvertrag noch nicht durch Bevölkerungsschwund in die Krise geraten
war. Damals trug die größere Zahl der jüngeren Werktätigen die kleinere Zahl der
Rentner. Aber aus der Alters-„Pyramide“ ist ein Alters-„Trichter“ geworden. Wir
können um mehr Kinder beten und Rahmenbedingungen schaffen, die Paare zur
Elternschaft ermutigen. Es geht nicht nur darum, Kinder zu zeugen, sondern sie
werteorientiert zu erziehen. Das Elternhaus, die erste Lehrstelle des Lebens,
entscheidet mehr über Lebenschancen als die Ausbildung. Kinder haben ein Recht
auf gute Erziehung. Auch das ist ein „Generationenvertrag“.
Gebet • Danke für Kinder und Jugendliche. Segne und
bewahre sie. Gib uns mehr Kinder und lass bei uns Kinder-Freude aufbrechen.
Stärke du alle Eltern zu guter Erziehung
Tag 42 - Deutsche
EU-Ratspräsidentschaft
Dienstag, 3. April
2007 Seit 1. Januar 2007 hat die deutsche Bundeskanzlerin
Angela Merkel die Ratspräsidentschaft der EU inne. Sie ist bestrebt, in ihrer
halbjährigen Amtszeit den 2005 stecken gebliebenen Prozess für eine Verfassung
für Europa wieder in Gang zu bringen. Dabei will sie versuchen, die 2003
abgelehnte Erwähnung Gottes und des christlichen Erbes Europas in der Präambel
doch noch zu verankern. Deutschland hat ein besonderes Gewicht in Europa.
Deshalb erwartet man viel von uns. Anderseits macht Deutschland Angst durch
seine Größe. Es bedarf Weisheit,
stark und demütig zu leiten.
Gebet • Gott, unsere Kanzlerin braucht in diesen sechs
Monaten ein hohes Maß an Sensibilität, Weisheit und Durchsetzungskraft. Gib ihr
das Gespür für deinen Willen. Segne sie!
Tag 43 - Die Zukunft hat schon
begonnen
Mittwoch, 4. April
2007 Gottes Reich ist ein Reich der Zukunft und Hoffnung. Die
Zukunft hat schon begonnen – in Gestalt der jungen Erwachsenen, die hier
aufwachsen. Sie werden in wenigen Jahren unser Land ernähren und führen. Das ist
gut so. Die Aufgabe der älteren Generation ist: • Junge Leute ernst zu
nehmen, ihnen Raum zu geben und sie in Verantwortung kommen lassen • Neuerungen zuzulassen und Innovationen zu
begrüßen (besonders in den Gemeinden)
Gebet • Vater, es gibt heute so viel Entmutigendes für
junge Leute, an dem sie schier verzweifeln. Hilf ihnen, dich zum Herrn ihres
Lebens zu machen und in dir Hoffnung zu entwickeln für sich und die
Welt.
Tag 44 - Blühende
Landschaften
Donnerstag, 5. April
2007 IWir hoffen zurecht, dass der Reichtum des Reiches
Gottes auch materiell auf der Erde sichtbar wird. Blühende Landschaften im Osten
waren eine Vision der Wende. Eine andere: Deutschland – einig Vaterland. Eine
Dritte: Es soll zusammenwachsen, was zusammen gehört. Die drei Sätze drücken
etwas von unserer und auch von Gottes Vision für unser Land aus. Nicht alle
Erwartungen wurden erfüllt. Es ist – in Ost- wie Westdeutschland – viel
Enttäuschung und Resignation zurückgeblieben. Sicher auch, weil man die
Realisierung dieser Visionen in kurzer Zeit erwartete und konkrete Strategien
der Umsetzung fehlten.
Gebet • dankbar für die geschenkte Einheit • für die
Entwicklung einer gesamtdeutschen Identität
Tag 45
- Das tat ich für dich
KARFREITAG, Freitag, 6. April
2007 Gott gab sich uns in Christus hin, um sein
Reich zu bauen – und fordert uns zur Hingabe auf. Als Graf Zinzendorf vor einem
Bild der Kreuzigung stand, gab er sein Leben radikal in den Dienst Jesu. Unter
dem Bild stand die Frage: „Das tat ich für dich. Was tust du für mich?“ Hingabe
war seine Antwort. Wer von uns würde denn sein eigenes Kind opfern, das er
liebt? Niemand! „Das tat ich für dich“, sagt der liebende Vater im Himmel.
Karfreitag ist der Durchbruch der Liebe Gottes zu uns. Wer sich die Hingabe Jesu
gefallen lässt, kann dankbar die Frage beantworten: „Was tust du für mich?“
Gebet • Vater, hilf uns, unser Leben, Beten und Fasten
neu als Antwort auf deine Liebe zu verstehen. Verändere unser Land
dadurch.
Tag 46 - Maranatha! Komme bald,
Herr Jesus!
Samstag, 7. April
2007 Karsamstag ist ein Symbol für die Haltung der Welt
zu Jesus. Man hat ihn beiseite geschafft und seine „Ideologie“, das Christentum,
für gescheitert erklärt. Bestenfalls lässt man das Bild vom guten Menschen Jesus
stehen. Selbst seine Kirche rechnet oft nicht mehr damit, dass er wiederkommt.
Karsamstag. Sind wir an diesem Tag glaubensfester in Bezug auf die Wiederkunft
Jesu als die Jünger damals in Bezug auf seine Auferstehung? Was er feierlich
ankündigte (Matthäus 26, 64) , das wird er auch tun. Jesus wünscht sich eine
Gemeinde, die ihn erwartet, in Liebe und Sehnsucht.
Gebet • Herr, lass uns die Verheißung deiner Wiederkunft
so real werden, dass wir unseren Alltag heute darauf ausrichten. Schenke uns die
Freude der Erwartung der ersten Christen auf dein Kommen! Mach diesen Virus
der Hoffnung ansteckend für viele im
Land.
Osterdank Er ist auferstanden
OSTERSONNTAG, 8. April
2007 Gott hat sich an diesem Tag durch die Auferweckung
Jesu als lebendig erwiesen. Er zerbrach den Tod. Damit hat er Jesus
hervorgehoben aus der Reihe aller Religionsstifter und sein Leben und Zeugnis
als das einzig authentische bestätigt. Ostern ist die Begründung für die
Einzigartigkeit Jesu. Ostern hat die Welt verändert. Ostern zerbricht alle
selbst gemachte Religiosität. Ja, Jesus lebt! Sein Reich wächst unter uns.
Gebet • „Sie zählten dich unter die Missetäter sie
beschlossen deinen Tod – sie gruben dich ein Doch es ging auf die gefährliche
Saat das unzerstörbare Leben – das brachte den Stein ins Rollen Sie wollten
dich unter die Erde bringen aber sie brachten dich unter die Leute.“ Lothar
Zenetti
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